Erlebnisse mit einem Corgi

 

Am Teich

 

Wir gingen wie jeden Tag im Park, mit seinen herrlichen Teichen, spazieren. Es war ein sehr warmer Frühsommertag. Um sich ein klein wenig abzukühlen ging Caddy mit den Vorderbeinen in den See, der von vielen Stockenten, Blesshühnern und Schwänen bevölkert wurde. Einer der Schwäne hat das wohl als Bedrohung empfunden und kam mit Getöse auf uns zu. Das Wasser spritze und mir nichts dir nichts, griff der aufgeregte Schwan Caddy an und riss ihm ein Büschel Fell heraus. Voller Panik rannte der auf mich zu, um bei mir Schutz zu finden. Aber der Schreck war so groß, dass er von nun an nicht mehr in die Nähe der Teiche ging. Zum Glück wuchs das Fell wieder nach, aber Schwäne sah er am Liebsten nur noch aus der Ferne.

 

 

 

Am Lac de Sainte-Croix

 

Wir lieben Frankreich und verbrachten ganz viele Urlaube im Land. Mal war unser Ziel die Atlantikküste, mal das Mittelmeer und gelegentlich auch die Provence. Dieses Mal war die Provence unser Urlaubsparadies, wir zelteten am Rande des Stausees Sainte-Croix. Caddy hatte sein Bettchen im Vorzelt bezogen und schnarchte dort so manche Nacht. Mit dem Tretboot oder mit der Luftmatratze haben wir einige Ausflüge auf dem See und in den nahegelegenen Canyon gemacht.

 

Doch in einer Nacht fing er plötzlich an zu winseln und bellt. Wir öffneten unser Innenzelt und nahmen in mit zu uns. Er zitterte am ganzen Körper, es war sehr schwer ihn zu beruhigen, also nahm ich ihn mit in meinen Schlafsack und nach einiger Zeit schliefen wir ein. Als ich am Morgen danach wach wurde, lag ich neben der Luftmatratze und in meinem Schlafsack schlief seelenruhig Caddy. Der Grund für seine nächtliche Unruhe war vermutlich eine der dort häufig vorkommenden größeren Spinnen. Jeden Abend, wenn wir ihn im Vorzelt zu Bett bringen wollten, wurde er unruhig und winselte, also öffneten wir das Innenzelt und schwups war er in meinem Schlafsack und jeden Morgen wachte ich neben meiner Luftmatratze  und ohne Schlafsack auf.

 

Nachdem wir weiter in Richtung Mittelmeer gefahren waren und dort unser Zelt erneut aufbauten, schlief er übrigens wieder in seinem Bettchen im Vorzelt.

 

Endlich konnten wir unseren ersten Spaziergang am Mittelmeer machen, wir hatten alle viel Spaß mit den heran nahenden Wellen. Doch wie das Schicksal so spielt, übersah Caddy wohl eine Untiefe neben der Sandbank und schwups, mit der nächsten Welle wurde er davon getragen. Sein Blick sprach Bände. Irgendwann besann er sich, da war doch noch was, ach ja, ich kann schwimmen. Wie von einem Turbomotor angetrieben schwamm er in Richtung Strand und leider fand das lustige Spiel mit den Wellen damit sein Ende. Sie wurden nur noch aus dem Augenwinkel beobachtet, ein hüpfen in die Wellen gab es von nun an nicht mehr. Schade!

 

 

 

Das etwas andere Kindermädchen 

 

 

Kindermädchen sind bekanntlich dafür da, auf ihre Schützlinge aufzupassen. Eigentlich brauchte ich keines, aber es war gut zu wissen, dass ein noch so kleiner Hütehund meine Kinder behüten wollte, egal wer da kam. Mit mittlerweile elf Jahren war Caddy schon ein wenig betagt und genoss viele Annehmlichkeiten und einige davon suchte er sich selber. Zum Beispiel war er bei allen unseren Spaziergängen mit dem Kinderwagen dabei, egal wie ausgiebig wir die frische Luft genießen wollten, denn im Einkaufskorb unter dem Kinderwagen hatte er sein beliebtes Quartier bezogen und jedes Mal war er noch vor dem Baby im Wagen und reisebereit. Da wir schon länger im Ort wohnten und ich dort in der Arztpraxis arbeitete, kannten uns viele Leute. Immer wieder wurde unsere Tochter im Wagen bewundert und nur allzu oft übersahen die Passanten, dass sich unten ein kleiner Vierbeiner befand, der sofort laut bellend aus seinem Körbchen gesprungen kam und manch einen in Angst und Schrecken versetzte. “Der tut nichts”!

 

Aber wenn ich ihn hin und wieder so sah, dann war ich mir auch nicht sicher, ob er nicht vielleicht doch das kleine Mädchen oben bis aufs Letzte verteidigen würde. Irgendwie doch ein beruhigendes Gefühl.

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 Letzte Aktualisierung: 20.11.2017

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