Wie der Fuchs zum Corgi kam...

Ein Ferienjob sollte es sein, sonst nichts. Des Hauses Hüterin spielen und auf Hund und Garten achten. Das Haus lag am Rande der Stadt Braunschweig, nahe den Teichen Riddagshausens, angrenzend zu einer Baumschule. Ruhig und abgeschieden also. Für mich allein, zu groß, zu einsam, meine Schwester musste mit. Der Hund auf den wir achten sollten war ein kleiner Welsh Corgi Pembroke, der zusammen mit seinem Bruder aus England importiert wurde und nun in dieser Familie lebte, während sein Bruder nach Hannover gezogen war. Dieses kleine Vierbeinige Etwas hatte uns Mädels voll im Griff, denn, wollten wir uns auf das Sofa setzen, bellte er lautstark. Der Sessel war für uns tabu, er saß ja davor und bellte uns an, wenn wir auch nur versuchten uns hinzusetzen. Beim abendlichen Fernsehschauen das gleiche Procedere, der Gipfel wurde erreicht, wenn das Telefon oder die Hausglocke läutete. Mann bzw. Frau verstand nichts mehr.

Die Besitzerin sagte uns, dass wir in der Stadt bleiben müssten, da der kleine Corgi keine Autofahrten vertragen würde, unsere Eltern aber zwanzig Kilometer entfernt auf dem Land wohnten. Die Tage vergingen schnell und der Kleine wurde uns immer sympathischer.

In den nächsten Ferien das gleiche Spiel, mittlerweile durften wir auf die Couch. So ging es einige Jahre, wir hatten gemeinsam viel Spaß. Eigentlich wollten wir den kleinen Kerl, der mittlerweile Autofahrten ohne mit der Wimper zu zucken vertrug, gar nicht mehr her geben. Unser Schlachtplan stand fest: Wir sagen einfach, er ist uns entwischt, wenn die Besitzer ihn bei uns abholen wollen........

Doch es kam anders. Der Tag der Trennung stand vor der Tür, die Besitzerin rief an und erklärte uns, dass sie Caddy, so hieß der kleine Kerl, weggeben möchte. Die Zeit bis zur Ankunft der Besitzer wurde lang und länger. Unser Schlachtplan rückte in die Dunkelheit. Endlich war er da, der für uns nicht ganz so angenehme Besuch und dann kam es heraus, Caddy sollte verkauft werden.... Oh je!

Aber, wenn ich ihn haben möchte, dann würden sie ihn mir schenken, da er sich bei uns immer so wohl gefühlt hatte.

Der kleine Kerl Caddy begleitete mich bis zu seinem 15. Lebensjahr.

Er sollte noch zwei meiner drei Kinder behüten.

Pengavin Paris Kadett (1980-1995)

Martina Fuchs

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 Letzte Aktualisierung: 20.11.2017

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